Der kleine Ort Rantum verfügt über eine wechselvolle Geschichte. Er liegt an der mittlerweile schmalsten Stelle der Insel von etwa nur 550 Meter Breite. Bis zu sechsmal musste der Ort neu aufgebaut werden, weil er durch Sturmfluten zerstört und von Flugsand zugeschüttet worden war. 1801 musste die vierte Kirche abgerissen werden. Das Kirchspiel wurde aufgelassen. In der Nähe des Ortes hat sich nach Angaben aus dem 18. Jahrhundert ein Erdwall ähnlich der Tinnumburg befunden, die Reste der Rantum-Burg, der jedoch schon damals von den Dünen begraben wurde und heute vermutlich durch die Nordsee abgetragen ist
Anno 1142 befindet sich auf den Seekarten der Nordsee die Bezeichnung „Raantem“ in Verbindung mit der „Westersee-Kirche“. Eine Kirche als Seezeichen, das lässt auf eine große Kirche schließen. Eine große Kirche steht meist auch in einem großen Ort. So liegt die Vermutung nahe, dass Rantum vor gut 1000 Jahren ein verhältnismäßig großer Ort in diesem Inselgebiet gewesen ist.

Rantum Inge (Raantem Inge) so ist der Name des Historischen Reetdach Hauses am Rantumer Deich. Der Name kommt aus der Sage von Meermann Ekke Nekkepenn; Der macht die Inge von Rantum gegen ihren Willen zu seiner Braut.



Die Erzählung beginnt damit, dass Ekke Nekkepenn die Frau des Kapitäns eines im Sturm nach England laufenden Sylter Schiffes um Hilfe bei der Geburt seines Kindes bittet. Die schöne und hilfsbereite Kapitänsfrau wird vom Meermann zu seiner auf dem Grunde der Nordsee lebenden Frau Rahn geführt und kommt nach gelungener Geburt reichbeschenkt mit Gold und Silber an die Meeresoberfläche zurück. Der Schiffer und seine Frau können ihre Reise bei bestem Wetter fortsetzen und gelangen später sicher und wohlbehalten in die Heimat nach Rantum auf Sylt zurück.
Viele Jahre später erinnert sich Ekke Nekkepenn an diesen Vorfall und beschließt – angesichts der Tatsache, dass Rahn inzwischen „alt und faltig“ geworden ist –, die Kapitänsfrau statt ihrer zur Frau zu nehmen. Als er eines Tages das Schiff des Rantumer Kapitäns sichtet, überredet er die auf dem Meeresgrund sitzende Rahn, Salz zu mahlen, und der Sylter Schiffer kommt mitsamt seiner Besatzung in dem dabei entstehenden starken Strudel um.
Auf dem Weg zur Frau des Kapitäns begegnet Ekke Nekkepenn, der sich in einen stattlichen Seefahrer verwandelt hat, am Strand bei Rantum deren jungfräulicher Tochter Inge. Gegen ihren Willen steckt er ihr an jeden Finger einen goldenen Ring, hängt ihr eine goldene Kette um den Hals und erklärt sie zu seiner Braut. Als ihn das Mädchen unter Tränen bittet, es freizugeben, antwortet er, dies könne er nur tun, wenn es ihm am nächsten Abend seinen Namen sagen könne. Doch niemand auf der Insel kennt den unbekannten Fremden. Als Inge in ihrer Verzweiflung am nächsten Abend wieder am Strand entlanggeht, hört sie an der Südspitze der Insel bei Hörnum eine Stimme aus dem Berg, die singt:

Heute soll ich brauen;
Morgen soll ich backen;
Übermorgen will ich Hochzeit machen.
Ich heiße Ekke Nekkepenn,
Meine Braut ist Inge von Rantum,
Und das weiß Niemand als ich allein.

auf Sylterfriesisch (Sölring):
Delling skel ik bruu;
Miaren skel ik baak;
Aurmiaren wel ik Bröllep maak.
Ik jit Ekke Nekkepen,
Min Brid es Inge fan Raantem,
En dit weet nemmen üs ik aliining.